Frei fliessende Sense bei Fribourg.

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Gewässerräume

Mit dem neuen Gewässerschutzgesetz erhalten Schweizer Flüsse und Bäche endlich mehr von ihrem ursprünglichen Platz zurück. Dies ist wünschenswert, bieten doch ausreichend bemessene Gewässerraume eine Vielzahl von Vorteilen für Mensch und Natur. Doch das Gesetz wird vielerorts mangelhaft umgesetzt – Aqua Viva schaut deshalb genau hin.

Neues Gesetz schafft Verbesserung für Bäche und Flüsse

2011 trat das revidierte Gewässerschutzgesetz in Kraft. Es legt fest, dass bis 2018 an allen Gewässern beidseitig ein Gewässerraum festgelegt werden muss. Dies bietet in der Theorie eine grosse Verbesserung für unsere Gewässer: Einem Bach mit einer natürlichen Breite von sechs Metern müssten zum Beispiel 22 Meter Gewässerraum gegeben werden. Diese Fläche darf dann nur noch extensiv bewirtschaftet werden und nicht verbaut werden.

Bild 1:  Soll mehr Platz erhalten: Die Weissemme, eingezwängt mit wenig Biodiversität

Viele Vorteile für Mensch und Natur

Ein ausreichend gross bemessener Gewässerraum ermöglicht eine naturnahe Revitalisierung des betroffenen Gewässers, neue Hochwasserschutzmassnahmen, einen besseren Gewässerschutz und letztlich eine erhöhte Biodiversität durch die Schaffung von Lebensräumen und den geringeren Eintrag von Pestiziden und Dünger.

Bild 2: Der Eisvogel, ein charakteristischer Bewohner des Gewässerraums

Gefahr im Vollzug

Bis 2018 hätte der Gewässerraum zumindest behördenverbindlich festgelegt werden sollen. Per Ende 2019 war in über 60 Prozent der Gemeinden die Gewässerraumfestlegung noch in Arbeit oder hatte noch nicht einmal begonnen. In vielen Gemeinden ist noch nichts passiert und wo bereits Gewässerräume ausgeschieden werden, fällt die Interessensabwägung selten Zugunsten der Ökologie aus. Aqua Viva stellt sich gegen diese kurzsichtige Herangehensweise und hat in zahlreichen Fällen Einsprache erhoben. 

Illustration 2: Umsetzungsstand (Anteil Gemeinden in Prozent)
Illustration 1: Gewässerräume bieten eine Vielzahl von Ökosystemdienstleistungen.

Aqua Viva im Einsatz für die Gewässerräume

Aqua Viva ist in zahlreichen Projekten für die konsequente Umsetzung der Vorgaben aus dem Gewässerschutzgesetz aktiv. Denn nur, wenn wir unseren Gewässern wieder ausreichend Raum geben, dürfen sich auch zukünftige Generation an der Vielfalt und dem Nutzen natürlicher Gewässer freuen.

Ramsen: Zu wenig Raum für die Gewässer

Die Pläne zur Gewässerraumausscheidung der Gemeinde Ramsen verfehlen die gesetzlich vorgegebenen ökologischen Ziele. Aqua Viva hat daher Rekurs eingereicht.

Aqua Viva warnt vor Hochwasserschäden

Die Gewässer in Feusisberg haben viel zu wenig Platz. Das ist schlecht für die Natur und wird bei Hochwassern zu Schäden führen.

Hier sind wir im Einsatz

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Esther Leitgeb

Esther Leitgeb

Bereichsleiterin Gewässerschutz,
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